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Das Jahr 2010 – sportlich gesehen

Jahresrückblicke zum Thema Sport gibt es viele, die Ereignisse der olympischen Winterspiele und der Fußball-Weltmeisterschaft werden dieser Tage in den Medien rauf- und runtergespult.

Was 2010 aus der persönlich erlebten Zuschauersicht anbelangt, werde ich hier mal retrospektiv einige Sportarten darstellen. Ganz nebenbei wird auch klar, was das eigentlich Wesentliche dabei ist, wenn Bälle, Pucks und Eier getreten, geschlagen und geworfen werden.

American Football:
American Football findet statt, wenn das Ei (so wird der „Ball“ auch genannt) Richtung Niederlande geworfen und über die überdimensionalen Teppichklopfstangen gekickt wird. Selbst absolute Laien werden schnell Spaß an drei Stunden Hin und Her mit 22 Motorradfahrern ohne Motorrad auf dem Spielfeld haben, die Regeln werden mittels Videoleinwand ständig eingeblendet. Tja, wenn dann noch die Zeitanzeige funktionieren würde … aber es soll sich ja angeblich jemand gefunden haben, der demnächst die Stoppuhr betätigt. American Football ist auch, wenn drei (oder waren es sogar vier?) Puschelmädchen in den unzähligen Spielpausen ihr Können darbieten – choreografisch besonders wertvoll! Der Kick-Off im American Football darf in Mönchengladbach erst ausgeführt werden, wenn davor ein Gartenschlauch vom überforderten technischen Personal auf das Spielfeld gezerrt wurde, um den Kunstrasen zu gießen. Ach ja, das Training der Mavericks ist höchst amüsant – treppenlaufende und fallschirm-„rennende“ Kraftprotze (Zuseherkommentar: „Gleich hebt er ab“) bringen einen wahrlich zum Schmunzeln.
Mönchengladbach wird mit seinen „Stieren“ in der nächsten Saison übrigens erstklassig spielen – na dann bis zum A-T-T-A-C-K-! in der GFL!

Basketball:
Also eigentlich maßregle ich ja immer die magentafarbenen Telekomiker ob ihrer nervigen Werbeanrufe – aber die Telekom Baskets Bonn muss man einfach erlebt haben. Allerdings braucht man gute Nerven bei der An- und Abfahrt zum und vom Telekom Dome, der schon von Weitem in den Konzernfarben erstrahlt. Basketball ist angesagt, wenn man Ohrstöpsel in der Halle benötigt (das ständige Hupen bei Spielerwechseln ist schon gewöhnungsbedürftig), wenn das Maskottchen „Bonni“ Berliner an Kinder verteilt (so geschehen im Heimspiel gegen ALBA Berlin) und wenn eine Cheerleadertruppe, die alleine schon das Eintrittsgeld wert ist, in den Pausen genauso bejubelt wird wie die Korbjäger. Bundesliga-Basketball ist im Übrigen nichts für „Sitzenbleiber“, die Telekomfanatiker bleiben so lange nach Viertelbeginn stehen, bis das orange Runde zum ersten Mal im Körbchen landet – und das kann auch schon mal etwas dauern, wenn den Spielern vorübergehend das Zielwasser ausgegangen ist.

Eishockey:
Wer hat schon das Privileg, beim 1000. Heimspiel der Kölner Haie live dabei gewesen zu sein? – OK, das war purer Zufall, verbunden mit einer grandiosen Show und sogar einem anschließendem Heimsieg.
Wenn also das Wasser wieder gefriert, sind Kölns Räuber der Meere auf Kufen unterwegs. Davor müssen sie allerdings zur Musik von „Der weiße Hai“ ein riesiges aufblasbares Haimaul passieren – Gänsehautatmosphäre pur!
Eishockeyspieler jagen im Übrigen einer schwarzen Hartgummischeibe namens Puck hinterher und nicht, wie einmal in einer TV-Berichterstattung zu hören war, etwas Rundem. Da war doch tatsächlich von „Ball“-verlust einer Mannschaft die Rede … Dieser Puck ist schon ein verflixtes Ding. Per Videowürfel wird man ständig ermahnt, die Scheibe im Auge zu behalten, dass eben nichts ins Auge geht, schaut man aber nur kurz zur Anzeige nach oben, sucht man den Puck vergeblich auf der weißen Fläche. Spätestens dann, wenn die Schiedsrichter im Zebrakostüm das Gewirr aus sich keilenden und boxenden Spielern entwirrt haben, kommt dieses kleine schwarze Geschoss wieder zum Vorschein.
Wenn die Unparteiischen im Rudel minutenlang auf einen Monitor starren – dann steht Videobeweis auf der Tagesordnung. Was für ein Brimborium und eine Hektik, nur um nach zig Zeitlupen und endlosen Diskussionen eine Entscheidung zu treffen! Und der Ball … ähh Puck … war doch hinter der Linie, ich hab’s genau gesehen!
Da wirken die in den Drittelpausen herumfahrenden Eismaschinen auf vier Rädern eher besänftigend. Mit stoischer Ruhe verwandeln sie ein Eis-Chaos wieder in eine spiegelglatte Fläche.

Handball:
Schwuppdiwupp ist das Eis abgetaut, die Plexiglasscheiben abgebaut und schon kann’s losgehen mit 7 gegen 7 im Klebstoffschnüffeln. Unglaublich welche Mengen Ballharz sich Handballer in die Pfoten schmieren, nur weil sie ansonsten den Ball (der ist doch gar nicht so groß!) nicht festhalten können. Dementsprechend sehen nach Spielende auch die Hände der Spieler und der Hallenboden aus. Aber für Letzteres gibt’s ja schließlich vier Wischmädchen, die sich auf Kommando mit ihren gesponserten Schrubbern so richtig ins Zeug legen. Wobei hierfür die fahrbaren Reinigungsmaschinen vom Eishockey sicher angebrachter wären … Übrigens: Was da in Papageienkostümen völlig unkoordiniert in weiter Entfernung auf den Treppen des Oberrangs herumhampelt, nennt sich „Cheerleader“ des VfL Gummersbach! Aber das kommt davon, wenn man das ganze Repertoire einer Kleinstadt-Schulsporthalle in die riesige Lanxess-Arena packt. Dazu gehört ebenso ein radfahrendes Känguru oder ein durch die Halle schwebender Mini-Zeppelin.

Fußball:
Apropos Dorfverein … welcher Hafer hat mich denn da gestochen, dass ich freiwillig dem Kölner Stadion einen Besuch abstatte? OK, die Geißböcke blieben im Stall, vielmehr wurden die Insassen eines Rhein-Sieg-Dorfes in die weite Welt zum Pokalspiel des Jahrhunderts losgelassen. Es war zum Beömmeln – 40.000 stolze Oskars (gut, von einigen bajuwarischen Filzhüten und einem Borussia-Fan mal abgesehen) mutierten zu wichtigtuerischen Fußball-Experten. Am Ende zuckte die blau-weiß karierte Millionentruppe viermal und der Provinzclub wurde vom Winde in die Ecke geweht (irgendwie mag ich meine Wortspiele heute!).
Ja und was noch … meiner Borussia geht’s gut und hoffentlich bald wieder besser. Im Keller kann’s ja schließlich auch vorübergehend ganz gemütlich sein. Immerhin haben meine Fohlen im Kalenderjahr 2010 den Lederhosentägern zweimal ein Unentschieden abgetrotzt. Beim ersten Spiel geschah das mit Unterstützung der Fan-Freunde aus Liverpool und beim zweiten war dies einem hochmotivierten Rasenpfleger (sozusagen die Eismaschine des Fußballs) zu verdanken, dessen gärtnerische Fähigkeiten die kickenden Weißwurstvertilger ins Stolpern brachten. Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich nach der Altbier-Entsorgung – da erklärte mir ein „eigentlicher“ 1. FC Nürnberg-Fan, dass er im Nebenberuf nur Gladbach-Fan wäre, wenn’s gegen die Arroganz-Kicker ginge … die Aussagen in meinem FC Bayern Hassbuch bestätigen sich doch immer und immer wieder …

Hockey:
Wenn ein genervter Co-Trainer seinen nicht der deutschen Sprache mächtigen Stürmer zusammenstaucht, der einfach das Tor nicht treffen will, das Ganze mit „Ich kann reden was ich will, er versteht mich ja doch nicht“ kommentiert – dann ist Bundesliga-Hockey angesagt. Wobei man angesichts einer kaum dreistelligen Zuschauerzahl, von Getränkebude und Würstchengrill sich eher in die Niederungen der Kreisklasse C im Fußball versetzt fühlt. Aber immerhin funktionieren beim Hockey Rasensprenger und Zeitanzeige …
Das Faszinosum „Rasensprenger“ ist ebenfalls bei Hockey auf Weltniveau zu bewundern. Hier ist es eigentlich nicht viel anders als in der Bundesliga, lediglich das zahlenmäßig größere Publikum und die Anwesenheit von Maskottchen „Schlenzi“ lässt vermuten, dass Nationalmannschaften aufeinandertreffen. Dass die Engländer an der Reihe sind, erkennt man an deren Betreuer, der ganz oben auf der Haupttribüne schimpft wie ein Rohrspatz. 70 Minuten angelsächsisches Zeter und Mordio, und das sechsmal in der Champions-Trophy-Woche, was muss dieser Mann für einen Wortschatz unterhalb der Gürtellinie haben.
Ganz drollig sind ja die Herrschaften, die Koffer der Marke „Weltreise“ demonstrativ Richtung Parkplatz schleifen. Das sind dann Mitglieder der Ü65-Nationalmannschaften Deutschlands und der Niederlande nach ihrem Rentner-Gemetzel.
Generell ist es beim Hockey so – und das ist auch die einzige Spielregel, die man wissen muss – wenn der Schiedsrichter pfeift, gibt’s Strafecke, basta! Warum das allerdings immer von der linken Seite geschieht, ist mir bis heute schleierhaft.

Vielen Dank an meine geduldige Mitstreiterin und auf eine Neues im Jahr 2011 mit weiteren Sportarten –  Hallenhalma und Unterwasser-Tauziehen werden immer noch nicht dabei sein!

„Städtische“ Weihnachtsüberraschung

Nach den heilig-abendlichen Schneemassen, die mir nebenbei bemerkt meine Weihnachtsplanung völlig durcheinandergewirbelt haben, gab es heute noch ein unerwartetes Präsent. Vor der Haustür lag die erste Ausgabe eines neuen urbanen Stadtmagazins der Marke „Dinge, die die Welt (und Mönchengladbach) nicht braucht“. Der Begriff „Werbeblättchen“ wäre in diesem Fall für diesen vermutlichen Ableger des „spirituellen Lehrers im Hinduismus“ (Insider wissen Bescheid!) wohl besser angebracht. Es gibt in Mönchengladbach nur eine Stadtzeitschrift, die diesen Namen auch wirklich verdient und die sich in allen Bereichen durch hohe Fachkompetenz auszeichnet. Alles andere kann man getrost nach dem Motto „Kenner mer nit, bruche mer nit, fott domit“ dem hungrigen Reißwolf zuführen, einschließlich der Verantwortlichen.

Wieso glauben einige Möchtegern-Autoren und Bilder-bzw.-Anzeigen-auf-Papier-Klatscher nur, dass es erfolgversprechend sei, schlechte und kopierte Texte sowie Fotos zu einem unübersichtlichen Gewirr zusammenzukleistern? Diesen Dilettanten geht es in erster Linie wohl nur darum, eine Plattform für Inserate zu schaffen, um diese (wahrscheinlich zu Dumping-Preisen) zu verkaufen. Die eigentliche Intention eines Stadtmagazins wird dabei völlig außer Acht gelassen. Ergo: Thema verfehlt! – setzen! – 6.

Sollen sich die beiden Reklame-Käseblätter doch gegenseitig zerfleischen – letzten Endes wird sich im Allgemeinen eine monatlich erscheinende Publikation aufgrund des inhaltlichen Charakters und der daraus resultierenden Akzeptanz der Leser durchsetzen.

Apropos Qualität und Fachwissen – ich zitiere einen meiner Lieblings-Kabarettisten: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten! – und jetzt kommt mein Besserwisser-Gen wieder zum Ausdruck – das deutsche Wort urban „kommt“ nicht aus dem Lateinischen, sondern ist vom lateinischen urbanus entlehnt. Dieses Adjektiv, von urbs = Stadt abgeleitet, bedeutete zunächst fein, vornehm, gebildet, erst im 20. Jahrhundert bekam es die Bedeutung städtisch. (Viele Grüße an dieser Stelle an so manche Landeier!)

Da mir beim Lesen dieses Sermons weder Städtisches noch Feines, geschweige denn Gebildetes begegnet ist, könnte der Titel einer möglichen weiteren monatlichen Inseratsansammlung aus dem Hause „Mit Kopf nicht viel denken & Co.“ lauten: Illitterato

Es darf übrigens jetzt gedacht werden!

So was Gemeines!

Als Unternehmens-Rechtsformen kennt man im Allgemeinen die AG (Aktiengesellschaft), die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), die GmbH & Co. KG (Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft) und vielleicht noch die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts).

Vor einiger Zeit durfte ich mich mit den bornierten Visionen einer UG (haftungsbeschränkt), im Volksmund auch als Mini-GmbH bekannt, auseinandersetzen, wobei UG für Unternehmergesellschaft steht. Nach meinen Erfahrungen würde ich hier die Betonung allerdings auf „beschränkt“ legen, und damit meine ich nicht die Haftung mit Gesellschaftsvermögen …

Nun gibt es u. a. noch die Rechtsform gGmbH (gemeinnützige GmbH). Hier müssen Gewinne einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen und dürfen nicht an die Gesellschafter ausbezahlt werden. Dieses kleine „g“ unterscheidet die gemeinnützigen von den unternehmerisch tätigen GmbHs.

So weit, so gut.

Darf sich aber hingegen z. B. ein unter dem Dach eines kirchlichen Wohlfahrtsverbandes aufgebautes Unternehmen, das aber so was von unternehmerisch tätig ist, noch gemeinnützig nennen?

Ich meine: nein!

Besagte Firma steht meines Erachtens in Konkurrenz zu gängigen GmbHs der gleichen Branche und muss allein schon deswegen wirtschaftlich und unternehmerisch denken. Zudem wird diese gGmbH von so genannten Geschäftsführern geleitet, und das nebenbei bemerkt auf eine diktatorische Art und Weise, dass selbst Alleinherrscher in Nordkorea oder im Iran vor Neid erblassen würden.

Besteht die Gemeinnützigkeit etwa darin, dass man Arbeiterinnen und Arbeiter für einige Monate aus dem Dilemma „Hartz IV“ herausholt, sie ausbeutet, ausnutzt, ja regelrecht verheizt, um sie anschließend ihrem weiteren Schicksal zu überlassen? Noch mal zur Erinnerung: Über diesem ganzen Gebilde hält ein kirchlicher Wohlfahrtsverband schützend die Hand und somit auch indirekt eine christliche Kirche!

Nach außen hin wird der Schein gewahrt, in dem der, die Hilfskräfte zuweisenden, Behörde in den Allerwertesten gekrochen wird, eine Fülle von Beratungs- und Bildungsangeboten  – wenn auch nur auf dem Papier vorhanden – zur Auswahl stehen und der, überwiegend aus dem ehemaligen Ostblock oder aus Fernost stammenden, Belegschaft Honig ums Maul geschmiert wird. Ein leichtes Unterfangen aufgrund der vorhandenen sprachlichen und sozialen Barrieren! Die Realität sieht dagegen folgendermaßen aus: Lug und Betrug auf ganzer Linie, psychischer Druck seitens der Betreuer auf das eigene Personal und Herunterfahren der Angebote auf ein Minimum bis zur völligen Gänze.

Unter Gemeinnützigkeit, von der hier aber nicht im Geringsten die Rede sein kann, verstehe ich etwas anderes. Der Mensch, und nicht die pure Gier nach Profit und Ansehen, sollte im Vordergrund stehen! Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit bei Migranten löst sich nicht dadurch, eine Elena aus Ostsibirien oder einen Wladimir aus dem tiefsten Kaukasus kurzfristig in den Arbeitsprozess einzugliedern. Nein, Bildung heißt das Schlagwort, insbesondere das Erlernen der deutschen Sprache! Denn nur dann haben diese Menschen ansatzweise eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Aber anstatt sich dieser Tatsache bewusst zu werden, knallt man ja viel lieber einen Palast in die Pampa, der mich irgendwie immer an Erichs Lampenladen (= einstiger Palast der Republik in Ost-Berlin) erinnert, schert sich einen Dreck um die Belange derjenigen, die keine „Drecks“-Arbeit leisten dürfen und findet fadenscheinige Ausreden, um Bildung vermittelnde Externe loszuwerden.

Sauber, sag ich da nur!

Irgendwann aber wird die schon mehrfach erwähnte angebliche Gemeinnützigkeit auch öffentlich angezweifelt, da bin ich mir ziemlich sicher! Dann bröckelt’s am Glaspalast, wie es einst an der Spree geschah, und dann geht’s mal den Verantwortlichen an die Wäsche! Die regulär Angestellten der gGmbH sollte man am besten dahin ins Exil schicken, wo ihr „Klientel“ zum größten Teil herkommt – nach Nowossibirsk, Wladiwostok oder Kuala Lumpur.

„Un was mach’sch sonschd noch so?“*

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen … drum nähme ich den Stock und Hut(h) und tät das Reisen wählen …

Getreu dieses Verses von Matthias Claudius stattete ich am vergangenen Wochenende meiner Heimat einen Besuch ab, dem Geburtstag eines Familienmitgliedes sei Dank. Dies bedeutete allerdings, dass ich den Schalter in meinem Gehör von „Niederrheinisch“ bzw. „gesprochenem Schriftdeutsch“ auf „Badisch“ umlegen musste, und zwar auf breitestes Badisch mit leichtem schwäbischen Einfluss. Als ich, kaum in Heidelberg mit dem IC angekommen und zum Umsteigen bereit, kurpfälzische Wortfetzen vernahm (Interessieren Punkt und Komma kauuuum bist du im Rhoin-Neckar-Rauuuum), wurde mir bewusst, dass ich mich im sprachlichen Notstandsgebiet befand.

Aber es kam noch schlimmer, als ich auf der Geburtstagsfeier von einigen Vertretern der Generation 60 Plus, die ich gedanklich schon längst verdrängt hatte, zugetextet wurde … ein paar Beispiele gefällig?

Thema Love-Parade in Duisburg:
Hajoo, die henns hoo welle, no henn ses a griegd. Un’d Bollizei isch amm End’ widder emol schuld, so werd’ s soi, bass uff!

Thema berufliche Selbstständigkeit des „Auswanderers“ und Erstgeborenen des Jubilars:
Was mach’sch do oigentlich? Kammer dovonn läbe? Ja, un wer bezahlt dei Kurse, wo’d Unnerrichd gebsch? De Schdaad, oder waas? Bisch doo oogstellt oder wie laaft des doo?

Manchmal möchte ich einfach nur noch schreien … Übersetzungen dieses verbalen Nonsens können übrigens bei mir schriftlich oder telefonisch angefragt werden.

* auf Hochdeutsch: Und was machst du sonst noch so? Wobei der badische Ureinwohner auf mein selbstständiges berufliches Dasein abzielte und wissen wollte, mit was ich, außer z. B. meiner Tätigkeit als Dozent, meine Brötchen verdiene.  Aber sich so gewählt auszudrücken, liegt ja dem Alles-außer-Hochdeutsch-Könner völlig fern. Stattdessen kommt eben der lebenslänglich eingebrannte Wortschatz eines Ex-Beamten zur Anwendung.

Je länger ich aus meiner Heimat weg bin, desto seltsamer kommt mir der badische Dialekt vor. Natürlich ist eine typische Eigenart der deutschen Sprache die Vielzahl an Mundarten und Dialekten und diese sollen ja auch z. B. aus Traditionsgründen gesprochen und den nachfolgenden Generationen weitervermittelt werden. Peinlich wird es aus meiner Sicht nur, wenn man nicht mal ansatzweise in der Lage ist, Wörter und Sätze in Schriftdeutsch wiederzugeben. Die Baden-Württemberger können eben nur fast alles … Womöglich denken Sie noch, da sie sich sprachwissenschaftlich gesehen im hochdeutschen Sprachraum befinden, dass ihr Kauderwelsch die Krönung ihrer Artikulierungskünste sei.

Und warum habe ich nun meine Wochenendheimaterlebnisse im Sprach-Waterloo erst heute niedergeschrieben? Ganz einfach, weil heute der Weltalphabetisierungstag ist … ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Neue Jobs für mich

Mein magentafarbener Anbieter für verbale und nonverbale Kommunikation verblüfft mich immer mehr. Nach der letzten Flut der 0800er-Werbe-Anrufe mit totaler Ignoranz meinerseits (irgendwann wird auch der letzte Vollpfosten-Telekomiker kapieren, dass ich keinen neuen überteuerten Vertrag abschließen möchte), kam es wohl zu einem Strategiewechsel … Bei unseren Anrufen stellt sich Herr Huth taub? Na werden wir doch mal schön seinen Briefkasten mit unseren Print-Produkten der nur für ihn konzipierten und innovativen Werbekampagne füttern …

Nachdem mein Telefondisplay seit einigen Tagen keine rosa Nummer mehr anzeigte, wähnte ich mich schon in Sicherheit. Bis heute Morgen … denn da steckte folgende Zeitung in meinem Briefkasten.

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Meine Güte, war ich beeindruckt, ich las meinen Namen und – noch besser – ich wurde sogar von den Telekommunisten einstimmig zum 1. Generalsekretär des Liga-Total-Programmrates ernannt. Aber Moment … dieser Job wurde ja schon an meinen Nachbarn vergeben, wie ich aus dessen Briefkasten herausblitzen sah … und noch an einen weiteren Hausbewohner … auch eine weibliche Programm-Chefin ist dabei. Dass diese Fernsprech-Fuzzys auch nie eine Entscheidung treffen können …

Beim Frühstück blätterte ich die Zeitung auf … und …

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… ja genau, das wäre doch mal ein cooler Job. Ich habe dann gleich mal in Gedanken die Verbannung des Geißbock-Clubs (kenner mer nit, brucher mer nit, fott domit) und dieses seltsamen Dusel-Vereins mit dem Bierzelt-Tischdeckenmuster im Wappen beschlossen. Dazu gesellt sich noch ein maroder, von einem Ex-Kleinstadt-OB geführter, überschuldeter und sportlich am Boden liegender Zweitligist aus meiner Geburtsstadt, den ich soeben in die Kreisklasse C, Staffel 5, gebeamt habe. Sollen sie doch froh sein, so gibt es wenigstens für die dortige Neonazi-Hooligan-Szene keine öffentliche Plattform mehr.

OK, der FC Hollywood darf von mir aus in der Liga bleiben, denn:

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Und wie ich sie tanzen lassen würde … holla die Waldfee. Springerstiefel an, dazu den Franz-Beckenbauer-Gedächtnis-Pelzmantel aus den 70ern, Tor geschultert, Eckfahne zwischen den Zähnen und los geht’s … durch den Englischen Garten robben (nomen est omen), die Treppen der Arroganz-Arena hoch und runter laufen, galant über den Geländeparcours schweben und zur abschließenden Erfrischung wird die Isar durchschwommen. Hatte ich irgendwann einmal schon erwähnt, dass ich die schriftliche Lizenz zum Bayern hassen besitze?

Aber zurück zu meinen T-Freunden: Da Ihr aufgrund der wirklich verlockenden Angebote erneut nichts von mir hören werdet, warte ich schon gespannt auf Euren nächsten Überraschungs-Coup. Nur so als Tipp: Auf Plakatwänden wurde mein Name noch nie verewigt … Busse und S-Bahnen könnte man auch mal damit zukleistern … oder wie wär’s denn mit einem Werbezeppelin in Magenta?

So, und was Euren Bundesliga-Fußball anbetrifft, den genieße ich viel lieber live per Online-Radio (jaaaaa, das geht über Eure Leitungen), weil er da wesentlich spannender und interessanter ist.

Kreatives Repertoire*

Et jitt Saache, do jläuvs et nit …
Neulich kam mir DIE Geschäftsidee schlechthin: Ich bemühe meine nicht vorhandenen Kontakte nach Nordkorea oder einem anderen Schlitzaugen-Schurkenstaat, treibe mundgetöpfertes und handgeblasenes Billig-Fummel- und Friemelmaterial auf, lasse dieses mittels eines unseriösen Balkan-Migranten in den Landstrich verfrachten, wo man Playmobil und Quelle-Katalog erfunden hat, deklariere das Ganze als qualitativ garantiert hochwertig und gesundheitlich keineswegs bedenklich und verhökere die Ware mit Hilfe von gar nicht hellhörig gewordenen Zwischenhändlern. Der Endkunde wird beim Anblick von vor Pestiziden nur so triefenden Schaumgummibällen und Wackelaugen Luftsprünge machen, denn so etwas hat er davor bestimmt noch niemals zu Gesicht bekommen. Und die 1-Franken … äh … Euro-Läden in der Republik bangen jetzt schon um ihr Dasein ob der neuen Konkurrenz aus der Gegend der weichen Konsonanten.
Ihr glaubt, das alles funktioniert nicht? Oh doch, es gibt, lediglich in Nullen und Einsen denkende, Berufssöhne, die aber sowas von alledem überzeugt sind.
Deswegen werden ja auch zweitklassige und unkreative Schrott-Texter, die sich sprachlich auf dem Niveau einer billigen Vorzimmer-Tippse befinden, beauftragt, eine Webseite, die niemand liest, u. a. mit Wörtern französischen Ursprungs* zu füllen, die niemandem gefallen.
Wie gut, dass ich nicht zu dieser Spezies gehöre und regelmäßig und nachweislich höchstes Lob für meine Texte, Rezensionen, Artikel usw. erhalte.
Jetzt braucht man nur noch absolut keine Ahnung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), Widerrufsrecht und Verkaufsmodalitäten zu haben, unwissend bzgl. möglicher rechtlicher Folgen bei der Erwähnung registrierter Markennamen zu sein, niemals vorher einen Existenzgründerkurs besucht zu haben, das gängige geschäftliche Prozedere völlig außer Kraft zu setzen, in dem man Rechnungen nicht begleicht und Mahnungen ignoriert, Firmenname und -logo in Auftrag zu geben, dessen schöpferische Ergüsse einer Totgeburt ex officio gleichkommen … und schon werden chinesische Fransenbüschel und Kunststoffperlen made in Innerer Mongolei hier in Deutschland reißenden Absatz finden.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem wirklich außergewöhnlichen Business-Plan! Ich wünsche allzeit gutes Gelingen!

* kreativ = Entlehnung des 19. Jahrhunderts aus engl. creative (schöpferisch), dem lat. creatum (erschaffen, geschaffen) zugrunde liegt.
Repertoire = Vorrat einstudierter Theaterstücke, Musiktitel, Darbietungen; Spielplan. Das Wort wurde im 19. Jh. aus frz. répertoire übernommen und bedeutet vom lateinischen Ursprung her Verzeichnis.

Also mir gefallen beide Wörter! Und Homepage-Lesern unter bestimmten Groß- und Fachhändlern garantiert auch!

Inglisch will bii se juropiän wörking spiech :-)

Sis is simpel onli päinful änd ei fiiel wärri äscheimt tu bii born in se houm kantri of se kammen ex-praimminister of Baden-Württemberg. :-D
“We can all besides High German and English”. :-)

Wie der Kerl, so der Baum

Zitat aus einer heute erhaltenen Pressemeldung der Polizei:

„ 60-Jähriger von Ast tödlich am Kopf getroffen – … gemeinsam mit dem 74-jährigen Waldbesitzer und einem weiteren 60-jährigen Mann beabsichtigte der Verstorbene, einen größeren Kirschbaum zu fällen …“

Das Thema hatten wir schon mal (siehe: http://martinhuth.online.de/2008/12/08/der-konig-ist-tot-es-lebe-der-konig/) Also Verstorbene oder Tote können nichts mehr bewerkstelligen, sondern nur leblos sein! Hätte der Schreiberling mit dem Blaulicht auf dem Kopf z. B. das Wort später davorgesetzt, wäre die Aussage sprachlich korrekt gewesen.

Übrigens geht es mir nicht darum, mich über die tragischen Folgen dieser Holzfälleraktion in irgendeiner Weise lustig zu machen. Mich interessiert in diesem Fall rein die fehlerhafte Diktion. Also schön die Finger von der Tastatur lassen! :-D

Termini anno 2009

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen (was man auch daran erkennt, dass die Flut diverser Retrospektiven und Spenden-Galas so langsam nachlässt) und die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die Wörter des Jahres gewählt:

1. Abwrackprämie (auch gleichzeitig das vom Verein Deutsche Sprache auserkorene nützlichste Wort des Jahres)
2. kriegsähnliche Zustände
3. Schweinegrippe

4. Bad Bank
5. Weltklimagipfel
6. Deutschland ist Europameisterin
(kein Verschreiber, sondern der Slogan eines Sponsors anlässlich des Erfolges der deutschen Balltreterinnen)
7. twittern 
8. Studium Bolognese (der Bologna-Prozess war die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge – wohl dem, an dem dieser Kelch vorübergegangen ist ;-) )
9. Wachstumsbeschleunigungsgesetz
10. Haste mal ’ne Milliarde?
(die Finanzkrise lässt grüßen!)

Das Jugendwort des Jahres 2009 heißt hartzen (arbeitslos sein und herumhängen). In der Rangliste folgen bam (cool, endgeil), Bankster (aus Banker und Gangster), Rudelgucken (wesentlich besser als Public Viewing, was im Englischen Leichenschau bedeutet) sowie Pisaopfer (Schulabgänger mit mangelnder Allgemeinbildung).

Das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres ist Sale. Dem kann ich nur zustimmen, obwohl ich bei Weitem nicht mit allen VDS-Vorschlägen einverstanden bin.
Die Wörter Ausverkauf und Sonderangebot scheinen deutsche Sales Assistant Manager(innen) wohl nicht zu kennen. :-D  

Dem Mars geweiht

Mein Namenstag (den ich als Luther-Böckchen natürlich überschwänglich gefeiert habe :-D) ist zwar schon 12 Tage her, dennoch werde ich mich aufgrund viel Arbeit, eines Besuches an der Heimatfront und Schnupfen, Husten, Heiserkeit erst jetzt dazu namenstechnisch äußern.

Im Chinesischen bedeutet mein Name Achat (oberes Schriftzeichen) und Hoch und Gerade (unteres Schriftzeichen). Diese Wörter sind die chinesischen Bedeutungen der phonetischen Übersetzung der Silben mar und tin (= ma ding).

Zu dem Lesezeichen gehört noch eine, von einer Katholin versandten, Karte … ;-) … und da heißt es wörtlich:

Martin steckt sich seine Ziele sehr hoch und geht gerade und ohne Umwege auf sie zu. Dass dies zumeist von Erfolg gekrönt ist, verdankt er dem Achat, der ein Stein voller Mystik und Farbenpracht ist und Glück und Reichtum symbolisiert. Martin lässt gerne seine Freunde an seinem Erfolg teilhaben und ist als sehr großzügig bekannt.

Ich weiß schon, warum ich nicht Rolf, Uwe oder Gunnar heiße (kleiner Seitenhieb-Insider). :-D Zum Schluss noch der zu mir passende Konfuzius-Spruch:

Der Edle vermehrt sein Wissen mit Hilfe der Literatur und beschränkt sich selbst nach Maßgabe der Riten. So kann er Irrwege vermeiden.

… wie wahr, wie wahr! :-)

 

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